Vom guten Ton oder: Warum Helmholtz in die Kirche kommt

Akustik Bureau Dresden untersucht derzeit den Klang in der Oberkirche

Im vergangenen Jahr hatte der Freundeskreis Musica Sacra e.V. Besuch aus Dresden von Hans-Jörg Ederer, Geschäftsführer des renommierten Akustik Bureau Dresden.
Er war eingeladen, um sich mit fachlichem Ohr die Akustik in unserer Oberkirche St. Nikolai anzuhören.
Einen Vormittag lang unternahm er mit seiner Assistentin Messungen, um die Frequenzen und den Nachhall im Kirchenraum zu untersuchen.
Besucher und Chorsänger, die schon länger Konzertgäste in der Oberkirche sind, kennen das Problem: Neun Sekunden Nachhall legen oftmals einen verklärenden Schleier über die Musik und erschweren das Hören.
Der Förderverein möchte sich von Fachmann aus Dresden eine Empfehlung geben lassen, wie man das Hörerlebnis in der Kirche mit einfachen Mitteln verbessern kann.
Immerhin finden jährlich zwischen 20 und 30 Konzerte in der Kirche statt, deren Gäste und Musiker davon profitieren könnten.

Erste Ideen dazu wurden schon am Besuchstag andiskutiert und die Mitglieder des Vorstandes lernten viel über die Physik der Schallwellen.
So lassen sich mit schweren Vorhangstoffen, zum Beispiel am Chorpodest, unerwünschte Töne schlucken.
Mit sogenannten „Helmholtz-Kästen“, die genau dimensioniert und geschlitzt und im Bodenbereich um die Musikquelle aufgestellt werden, können einzelne dominante Tonfrequenzen aus dem Raum gefiltert werden.
Ein reflektierendes Segel über der Musikquelle kann verhindern, dass die Töne in das Gewölbe gelangen, sich dort mehrfach brechen und unerwünscht verspätet in den Raum zurückgetragen werden.
Mitunter ist eine Kombination mehrerer dieser Ideen die beste Lösung.
Begleitet wurde der Besuch des Akustikers auch von Architekt Klaas Fiedler, der den Denkmalschutz für die Kirche im Blick hat.
In diesem Jahr soll aus den Erkenntnissen der Fachleute ein Vorschlag für die schrittweise Verbesserung der Raumakustik gemacht werden, der sowohl dem Denkmalschutz als auch der Gemeinde gefällt.
Der Freundeskreis Musica sacra e.V. freut sich über finanzielle und praktische Unterstützer für die Umsetzung dieser Pläne und ist Ansprechpartner für sie.
Bitte kontaktieren Sie das Kirchenmusik-Büro unter Tel. 0355-24072.