Herzlich Willkommen in der evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai.

Sie finden uns in der Oberkirche in Cottbus sowie in den umliegenden Dörfern Branitz, Dissenchen und Merzdorf.
Lassen Sie sich einladen zu unseren Veranstaltungen und Gemeindekreisen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Oberkirche St. Nikolai
Oberkirchplatz 12
03046 Cottbus

Öffnungszeiten:

April bis Oktober: täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr
November bis März: täglich von 11:00 bis 16:00 Uhr

Gedanken zum Monatsspruch für den Mai von Pfr. Dr. Uwe Weise:
„Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir …“ (2. Sam 7,22)

Auf dem Höhepunkt seiner Macht angekommen – ein König der Könige ist David – mit drei Kronen ausgestattet und geziert: der Krone des Königreiches Juda; der der Stadt Jerusalem und auch der Krone des Königreiches Israel. Unter ihm vereinigte sich alles, was das heilige auserwählte Volk an irdischer Macht und heiligem Land zu bieten hatte. Er war auf diesem Höhepunkt mächtig und erfolgreich, geachtet und gefürchtet, kraftvoll und brutal, klug und feinsinnig, gottgestimmt und menschensensibel – ein König wie er im Buche steht und mehr als nur ein Ideal – ein König der Könige.

Auf dem Höhepunkt seiner Macht betet David zu seinem Herren – im Zelt des HERRn – der mächtige König liefert sich im Gebet ganz und gar seinem Gott aus und macht sich klein und ohnmächtig (2. Sam 7,18-29). Dieser König weiß, wer der Macht in der Welt gewachsen sein will, muss als Mensch ganz nach unten, muss demütig sein bis zur Selbstaufgabe. Im narzisstischen Spiegeln der Macht muss man auf die Knie, um nicht selbst verloren zu gehen. David betet und er spricht: „Es ist keiner wie du, und ist kein Gott außer dir …“ (2. Sam 7,22)

Der größte unter den Königen erkennt an, dass es größeres gibt als ihn. Der unvergleichliche unter den Herrschern weiß, dass da einer noch viel unvergleichlicher ist als er. Im Großen der Mächtigen, wie im Kleinen unseres Alltags ist es von heilsamer Wirkung, sich die Begrenzungen des eigenen Lebens, der eigenen Möglichkeiten, der eigenen Fähigkeiten bewusst zu machen. Wer Gott – wie König David – in dieser Weise über sein eigenes Leben stellt, der akzeptiert und glaubt, dass Gott das eigentliche Geheimnis unseres Lebens ist, das uns ganz und gar unverfügbar bleibt. Dass alles was uns möglich ist und wozu wir fähig sind, an ihm und seinem freien Zutun hängt.

Im Psalm betet David später in noch verdichteter Weise von dieser Lebenserkenntnis und bringt so sein eigenes auch wankendes Leben zurecht:
„HERR, du erforschest mich
und kennest mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
das du, HERR, nicht alles wüsstest.
Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,
ich kann sie nicht begreifen.“ (Psalm 139,1-6)